Fractus Mons
Die Verwandlung eines Streichquartetts
Das vorliegende Werk hat seinen Ursprung in einem Streichquartett, das ich im Jahr 2022 für die klassische Besetzung aus Violoncello, Viola sowie 1. und 2. Violine komponiert habe. In seiner ursprünglichen Form folgt das Stück den kompositorischen Traditionen der Gattung und erkundet das kammermusikalische Zusammenspiel der vier Streichinstrumente.
Für die vorliegende Fassung wurde das Werk grundlegend überarbeitet: Zunächst habe ich die Komposition gekürzt und auf ihre wesentlichen musikalischen Ideen konzentriert. Anschließend habe ich sie mithilfe künstlicher Intelligenz in eine eher jazz-bluesige Interpretation überführt, die dem ursprünglichen Material eine völlig neue klangliche und rhythmische Sprache verleiht. Grundlage dieser Fassung sind meine musikalische Idee sowie meine kompositorische Arbeit. (AI Assisted)
So ist aus einem klassischen Streichquartett ein hybrides Werk entstanden, das die kompositorische Substanz von 2022 mit einer zeitgenössischen, KI-gestützten Klanggestaltung verbindet.
Fantagos
Fantagos – ein musikalischer Dialog zwischen Gitarre und Violine
Fantagos ist ein Zyklus aus fünf Stücken für Gitarre und Violine. Auf der Aufnahme spielt der Geiger Alain Valmond den Violinpart und Bruno Bucher die Gitarre. Das Werk verwebt klassische Klangfarben mit Blues, Jazz und Anklängen spanischer Musik – ein Fantasiestück im wahrsten Sinne des Wortes, das seinen eigenen Weg zwischen den Genres sucht.
Der Musikjournalist Pirmin Bossart brachte den besonderen Charakter des Werks auf den Punkt: „Fantagos erinnert an Klassik, hat aber auch bluesige, jazzige und spanische Einflüsse.“
Im Zentrum von Fantagos steht der Dialog zweier Instrumente, die sich in Klang und Charakter ergänzen: die warme, perkussive Textur der Gitarre trifft auf die singende Melodieführung der Violine. Aus dieser Begegnung entsteht eine durchkomponierte Musik, geprägt von spanischen Rhythmen, jazzigen Harmonien und einer klassischen Grundhaltung.
Das Album Fantagos erschien 2022 und ist auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music, TIDAL und SoundCloud sowie auf YouTube zu hören. Zum titelgebenden Stück hat der Videokünstler Bruno Amstad ein eigenes Video geschaffen.
Die Stücke sind auch als Noten erhältlich: Partitur und Einzelstimmen für Violine und Gitarre können im Handel als gedruckte Notenausgabe erworben werden.
Jede der fünf Kompositionen trägt einen Titel, der eine eigene Station auf der Reise durch die Klangwelt von Fantagos markiert. Zwei der Titel stammen aus der Sprache der Lakota, den Ureinwohnern Nordamerikas, deren Weltanschauung eine wichtige Inspirationsquelle für das Werk bildet.
Akita Mani Yo – Diese Lakota-Redewendung erinnert daran, jeden einzelnen Schritt bewusst zu gehen und die Umgebung achtsam wahrzunehmen. Sie steht für das Gefühl des Einklangs mit der Natur, das sich durch die gesamte Reise zieht.
Differenzia – Der Titel greift die feinen Nuancen auf, die uns als Individuen voneinander unterscheiden – jenen Moment, in dem sich innerhalb der Verbundenheit auch die eigene, einzigartige Note zeigt.
Durblau – Hier darf man sich treiben lassen: Das Stück steht für jene Augenblicke, in denen man loslässt und alles frei fließen lässt, ganz ohne Gedanken oder Ziel.
Fantagos – Der titelgebende Satz führt schließlich ins Land der Fantasie und der Gefühle, eine Welt, die ganz von der eigenen Vorstellungskraft geformt wird.
Mitakuye Oyasin – Diese bekannte Lakota-Formel bedeutet sinngemäss „Wir sind alle eins" beziehungsweise „All meine Verwandten". Sie drückt die Verbundenheit aller Lebewesen aus – mit Menschen, Tieren, Pflanzen und der Natur insgesamt – und bildet den versöhnlichen Abschluss der Reise.
Gemeinsam erzählen die fünf Titel so eine kleine dramaturgische Reise: von der achtsamen Wahrnehmung über das Erkennen von Unterschieden und das Loslassen bis hin zur Fantasie und schliesslich zur Erfahrung universeller Verbundenheit.
Tokyo
Zur Originalkomposition „Tokyo“ habe ich mithilfe von KI-Unterstützung eine weitere Fassung erarbeitet, die jazziger und bluesiger klingt. Dabei handelt es sich nicht um eine von der KI komponierte Musik. Die KI diente ausschliesslich als Werkzeug im kreativen Arbeitsprozess. Grundlage dieser Fassung sind meine musikalische Idee sowie meine kompositorische Arbeit.
Diese Version ist daher korrekt mit dem Hinweis „AI Assisted“ gekennzeichnet.
Tokyo habe ich 2023 für 2 Gitarren komponiert.
Das Stück ist eine durchkomponierte Etüde im Perpetuum-mobile-Stil, deren treibendes 8tel-Ostinato von Takt 1 bis fast zum Schluss kaum abreißt – ein Verfahren, das an minimalistische bzw. moderne Fingerstyle-/Neo-Flamenco-Gitarrenduos erinnert (etwa im Umfeld von Komponisten wie Roland Dyens oder zeitgenössischer Konzertgitarrenduo-Literatur). Der Titel „Tokyo" soll zum unablässigen, urbanen Puls der Musik: dicht, schnell, rhythmisch verzahnt passen.
Beide Gitarren spielen in einer Scordatura mit abgesenkten Bässen:
6. Saite (tiefes E) wird auf D heruntergestimmt
5. Saite (A) wird zusätzlich auf G heruntergestimmt
Das ergibt von unten nach oben: D – G – D – G – h – e (statt der Standardstimmung E–A–d–g–h–e). Das hat mehrere kompositorische und klangliche Konsequenzen:
Erweiterter Bassambitus: Die tiefste Saite reicht nun bis D, zwei Ganztöne unter dem normalen tiefen E – das verstärkt das druckvolle, „urbane" Fundament, das zum treibenden Charakter des Stücks passt.
Vereinfachtes Fingersatzmuster für chromatische Bassläufe: Die tiefen, oft chromatisch verschobenen Bassfiguren im Ostinato lassen sich durch die tiefere Stimmung in bequemeren Lagen und mit mehr offenen Saiten realisieren, statt ständig hoch zu greifen.
Klangliche Konsistenz zwischen beiden Gitarren: Da beide Instrumente identisch umgestimmt sind, können homophone Passagen (parallele Akkorde, Terzen/Sexten-Führungen) im selben tiefen Register ohne Registerbruch ausgeführt werden.
Diese Skordatur ist also kein bloßes Klangfarbenexperiment, sondern strukturell mit der repetitiven, bassbetonten Ostinato-Textur des Stücks verzahnt – sie ermöglicht die tiefen, resonanten Grundtöne, die dem Stück seinen treibenden, fast perkussiven Puls verleihen.
Die Notenausgabe von “Tokyo” hat einen Umfang von neun Seiten, die sowohl die Notation als auch die dazugehörige Tabulatur enthalten. Die Bestellung erfolgt über das Kontaktformular.
St. James Infirmary in der Version von Louis Armstrong erinnerte mich atmosphärisch sehr an die 60er-Jahre des Restaurants Fritschi in Luzern beim Sternenplatz. Das war für mich ausschlaggebend, diese Komposition „Fritschi Song" zu schreiben.
Meine Recherchen zeigten, dass die Melodie von „St. James Infirmary" ebenfalls nicht von Armstrong komponiert wurde. Das Stück geht auf eine traditionelle britische Volksballade aus dem 18. Jahrhundert zurück, die unter Titeln wie „The Unfortunate Rake" oder „The Unfortunate Lad" bekannt ist. Darin geht es um einen jungen Mann, der im Sterben liegt und Anweisungen für seine Beerdigung gibt. Die Ballade gelangte nach Nordamerika und entwickelte sich über verschiedene Fassungen, darunter „Gambler's Blues", zum heutigen „St. James Infirmary".
Ausgehend davon habe ich Melodie und Harmonien frei abgewandelt und so den „Fritschi Song" geschaffen, versehen mit einem eigens dafür geschriebenen Text. Was da so luftig und leicht klingt, beinhaltet viele Stunden Arbeit. Ich entwickelte immer wieder neue Varianten und musste ebenso den Text laufend neu anpassen. Die danebenstehenden Noten mit Text sind schlussendlich die Variante, für die ich mich entschieden habe.
Die Aufnahme ist nochmals leicht variiert, schon wegen des Arrangements. Mit der DAW wurden zuerst Bass, Drum, Rhythmusgitarre sowie Synthesizer aufgenommen. Dann folgten unzählige Varianten des von mir gespielten Gitarrensolos. Schlussendlich suchte ich mit Hilfe von KI einen geeigneten Sänger. Das Ganze wurde immer wieder verändert und aufeinander abgestimmt. Zum Schluss liess ich alles in Suno glätten und mastern, bis das Endergebnis als KI-Hybridaufnahme (AI Assisted) so entstand, wie es jetzt zu hören ist.
Fritschi Song
Yelashane
Cinematic Edition
Diese 9 Stücke habe ich nun mit einem KI-Tool neu bearbeiten lassen. Das Ziel war, eine "Cinematic Edition" zu erhalten – und das hat ausgezeichnet funktioniert.
Der Unterschied zur Originalversion, am Beispiel von "Open Sea":
Das Original ist mit knapp 5 Minuten die längere Version. Es lebt von größeren Lautstärkeschwankungen – ruhige und intensivere Passagen wechseln sich deutlicher ab. Klanglich liegt der Schwerpunkt eher auf tiefen und mittleren Frequenzen, das Stereobild ist kompakter.
Die Cinematic Edition ist mit rund 3:40 Minuten kompakter und bewegt sich gleichmäßiger im Pegel. Sie klingt heller, mit mehr Präsenz in den oberen Frequenzen, und wirkt räumlich breiter – ein Effekt, der oft entsteht, wenn zusätzliche Klangschichten wie Hall oder atmosphärische Texturen hinzukommen.
Der Charakter von "Open Sea" hat sich dadurch aber merklich verändert. Von der ruhigen Atmosphäre des Originals ist nicht mehr viel zu spüren – ein prägnantes Schlagzeug gibt jetzt als Pulsgeber den Takt vor, das Stück wirkt drängender. Zum Einschlafen oder Herunterfahren eignet sich diese Version dadurch weniger gut als das Original.
Gerade dieser Kontrast macht für mich die Gegenüberstellung interessant: Anhand der beiden Versionen wird deutlich, wie stark einzelne musikalische Parameter – Tempo, Rhythmik, Dynamik – die Wirkung von Musik auf unseren Körper beeinflussen können.
Originalversion
Im Jahr 2015 habe ich mit dem Komponieren der 9 Stücke von YELASHANE begonnen. Meine Intention war, ein Werk zu schreiben, das dem Zuhörer hilft, herunterzufahren, sich zu entspannen oder sogar dabei einzuschlafen. Das hört sich vielleicht ein wenig eigenartig an, denn welcher Musiker möchte schon, dass seine Zuhörer bei seiner Musik einschlafen? Aber ich wollte eine konkrete Wirkung erzielen – eine Wirkung, die den Zuhörer bei seinen Bemühungen, sich zu entspannen, unterstützt.
Entspannungsmusik im esoterischen Sinn, mit Vogelgezwitscher und plätscherndem Bächlein im Hintergrund, wollte ich aber nicht. Ich habe mich dann entschieden, im "Smooth-Jazz-Bereich" zu komponieren. Allerdings habe ich die sehr langsamen Tempi, so wie das eben in Entspannungsmusik auch praktiziert wird, in meine Kompositionen einfließen lassen.
Gemäß wissenschaftlichen Studien soll Musik Einfluss auf Herzschlag, Blutdruck und Atemfrequenz haben. Normale Körperfunktionen des Menschen laufen bei 72 Herzschlägen pro Minute ab. Musik mit mehr als 72 Beats pro Minute (bpm) aktiviert das Körpersystem, pusht auf, bessert die Stimmung und steigert die Leistungsfähigkeit. Langsame Musik mit weniger als 72 bpm hat eine beruhigende Wirkung: Stresshormone werden abgebaut, die Muskulatur entkrampft sich, und der Blutdruck wird gesenkt.
Die Zuhörerschaft sollte sich aber die Zeit nehmen, ein Stück von Anfang bis Schluss anzuhören. Nur kurz hineinzuhören, kann die Wirkung nicht entfalten. Es geht mir nicht in erster Linie um den Stil, sondern um die Wirkung. Meine Empfehlung: als erstes Stück "Open Sea" und dann "Quiet Afternoon".
Auf diesen Aufnahmen spiele ich Gitarren, Piano und Digitals. Die zugezogenen Musiker stammen aus "BiaB".
Veröffentlicht wurde "YELASHANE" im Oktober 2018 bei den meisten digitalen Anbietern. Auf Spotify sind die Stücke insgesamt über 100'000 Mal gestreamt worden (der größte Teil davon in den USA). Die Veröffentlichung hat die Firma igroove in die Wege geleitet.
Noten & Hören
Die Stücke können in allen grösseren Online-Shops erworben werden. Darüber hinaus sind sie zum Streamen auf Plattformen wie Qobuz, Apple Music sowie den meisten anderen gängigen Anbietern auch verfügbar.
Fantagos
Violine und Gitarre
- Akita Mani Yo - Differenzia - Durblau - Fantagos - Mitakuye OyasinJina Amini
Gitarre Solo
In Gedenken an Jina Amini die im Iran ermordet wurde.Stücke in schwarzen Feldern, die mit dem Vermerk “AI-assisted” gekenntzeichnet sind, wurden mit KI-Unterstützung erarbeitet
AI-assisted
(nicht AI-generated).